Das Thema Plastikverpackungen von Lebensmitteln wird immer wieder heiß diskutiert. Zurecht. Doch die Diskussion darüber ist komplexer, als sie vielleicht auf den ersten Blick scheint. Denn ja, Plastikmüll ist ein globales Problem, das ist uns hoffentlich allen klar. Doch die einen sagen, sie seien wichtig im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Haltbarkeit, die anderen betonen, dass sie massiv für eine Zerstörung der Umwelt verantwortlich sind.

Wir haben diesen Streitpunkt genauer unter die Lupe genommen und uns die Fragen gestellt: Ist Plastik per se eigentlich schlecht oder gibt es auch Gründe, welche in gewissen Fällen für eine Plastikverpackung sprechen? markta's Faktencheck, rund um Plastikverpackungen!

Macht Plastik immer Sinn?

Auch wir bei markta sind tagtäglich mit dem Thema Plastikverpackungen konfrontiert. Grundsätzlich verfolgen wir bei markta das Prinzip so wenig Plastik wie möglich und so viel wie nötig. Denn leider ist es nun mal so, dass kritische Lebensmittel in einer alternativen Verpackung einfach nicht so lange halten oder den Transport weniger gut überstehen, wie sie dies in einer Plastikverpackung tun. Daher gilt es auch bei uns abzuwägen, in welchen Fällen wir eine Plastikverpackung dulden können, weil die Haltbarkeit der Lebensmittel dadurch eindeutig verlängert wird. Bei sinnvollem Einsatz von (Plastik )Verpackungen ist, in Summe, der ökologische Fußabdruck oft kleiner als bei unverpackten Lebensmitteln, so Ergebnisse des qualityaustria Lebensmittelforum in Wien.1

Wir haben für dich ein paar Argumente zusammengeschrieben, warum es für uns ab und zu Sinn macht, auf eine Plastikverpackung zurück zu greifen:

  • Die Haltbarkeit von Lebensmitteln wird verlängert, somit wird die Lebensmittelverschwendung reduziert und unnötige Abfälle vermieden.
  • Die Produkte werden beim Transport geschützt.
  • Plastik hat ein geringes Gewicht als Glas oder Aluminium - Gewicht ist im Transport ein wesentlicher CO2 Faktor.
  • Produkte können hygienisch gehandhabt werden.
  • Lebensmittel werden luftdicht verpackt - die Vakuumierung mit Plastikalternativen steckt erst in Kinderschuhen.

Es sei natürlich dazu gesagt, dass wir wirklich bei jedem einzelnen Produkt überlegen, ob wir eine Alternative zu einer Plastikverpackung finden. So haben wir, beispielsweise, den Großteil unseres Obst und Gemüses in Papiersackerln, kleinen Kartonschalen oder Kartonboxen verpackt.

Aufgeschnittene Äpfel in der Folie, abgepackte Kartoffeln, einzeln verpackte Karotten oder andere Absurditäten wie diese hier, wirst du bei uns nicht finden, denn auch in Supermärkten wird viel zu oft auf Plastikverpackungen zurückgegriffen, obwohl dies nicht notwendig wäre.

Supermarkt als schlechtes Vorbild

Im Handel ist der Großteil an Obst und Gemüse von Plastik umhüllt. Uns lässt es nur traurig den Kopf schütteln, dass die verpackte Ware dann auch noch billiger ist, als die offene Ware.3

Bei markta arbeiten wir, ausschließlich, mit Klein- und Familienbetrieben aus der Region zusammen und können daher, aufgrund der kurzen Transportwege, der hohen Transparenz bei der Produktion und dem Anbau, beim Großteil unseres Obst und Gemüses auf Plastikverpackungen verzichten. Kurze Transportwege,  sowie frische und regionale Lebensmittel schaffen es meist, auch ohne Plastikhülle, zu dir nach Hause und halten trotzdem lange. Wir haben uns unser aktuelles Obst und Gemüse Sortiment (Dezember 2020) angesehen und nachgerechnet, wie viel Prozent davon bei uns in Plastik verpackt ist. Derzeit sind, von all unseren Obst und Gemüsesorten, nur zirka 15% (teilweise) in Plastik verpackt. Bei dem Rest haben wir nachhaltige Verpackungsalternativen gefunden und können trotzdem die Haltbarkeit gewähren.

Warum dann doch Plastik?

In seltenen Fällen und wirklich nur bei kritischen Produkten müssen wir bei frischer Ware, wie regionalem Salat, Grünkohl oder auch Karotten auf Plastikverpackungen zurückgreifen.
Die Lagerdauer und Haltbarkeit der Produkte kann sich, aufgrund anderer Verpackungen, enorm verkürzen und somit zu mehr Abfällen und Lebensmittelverschwendungen führen. Bei einzelnen Gemüsesorten, Wurstwaren oder auch Käse können wir durch eine Plastikverpackung tatsächlich eine längere Haltbarkeit gewährleisten, da auch beim Transport die Lebensmittel gut geschützt sind. Bei Salat oder frischen Beeren greifen wir dann auch mal zu einem Bio Sackerl aus nachwachsenden Rohstoffen. Dieses wird aus vollständig abbaubaren und kompostierbaren Biokunststoffen, der EU Norm entsprechend, hergestellt.
Hier zwei Beispiele: Salat ist zu feucht, um in Papier verpackt zu werden und bei Beeren verhindern wir so, dass diese in deinem Packerl herumkullern.

Auch Brot oder Backwaren werden, ausschließlich, in Papier verpackt. Unser Brot, welches noch am selben Tag gebacken wurde, benötigt mit Sicherheit keine Plastikverpackung. Denn durch kürzere Lieferketten, Transparenz beim Lebensmittelkonsum, sowie das Wissen wo Produkte herkommen und wer diese erzeugt hat, wird bei Konsument*innen die Anerkennung und der Wert dieser Erzeugnisse gesteigert. Kurze Nahrungsmittelversorgungsketten sorgen dafür, dass zwischen Konsument*innen und lokalen Landwirt*innen eine Beziehung und ein Näheverhältnis aufgebaut wird, zudem werden nicht notwendige Abfälle vermieden und Wiederverwendung sowie Recyclingsquoten werden erhöht.4

Wir haben aus den oben genannten Gründen ein Pfandsystem eingeführt, wodurch wir Abfälle reduzieren können, die Wiederverwendung von Verpackungen fördern, sowie natürlich Plastik vermeiden!

In unserem nachhaltigen Kreislaufsystem sind der Karton, die enthaltenen Gläser und Flaschen, die Isolierung, die Dämmmaterialien, als auch die Kühlakkus Pfandprodukte, welche zu uns retourniert werden können und somit wiederverwendet. Besonders stolz sind wir auf das Dämmmaterial aus Schafwolle, denn das ist hervorragende Alternative zu Styropor.

Schmaler Grat zwischen Lebensmittelverschwendung und Plastikverpackungs-Vermeidung

Schlussendlich liegt uns die Umwelt und Nachhaltigkeit enorm am Herzen und wir setzen alles daran Plastik so gut wie möglich zu vermeiden. Dies gelingt uns mit Alternativen aus Papier, Karton, biologisch abbaubaren Stoffen und speziellen Materialen, wie Schafwolle, bereits ziemlich gut. Eine Vakuumierung mit Plastikalternativen ist noch in der Entwicklung, nichts desto trotz sind wir auch immer in enger Abstimmung mit all unsere Produzent*innen, um Verpackungsalternativen zu besprechen oder bereits bestehende Verpackungen zu optimieren. Wie bereits ausführlich angeführt, können wir bei gewissen Produkten auf eine Plastikverpackung nicht verzichten. Wir halten jedoch immer die Augen nach neuen Alternativen und Verpackungsmaterialien offen,   um Plastik noch weiter zu reduzieren und somit der Umwelt etwas Gutes tun!

Quellenverzeichnis

  1. Qualityaustria, 11. qualityaustria Lebensmittelforum in Wien, 2019: (In Plastik) Verpackte Lebensmittel haben oft einen besseren CO2-Footprint als unverpackte, In: https://www.qualityaustria.com/news/in-plastik-verpackte-lebensmittel-haben-oft-einen-besseren-co2-footprint-als-unverpackte/ (20.09.2019)
  2. Utopia.de, 2019: 17 Plastikverpackungen, die an der Menschheit zweifeln lassen, In: https://utopia.de/absurde-plastikverpackungen-17699/ (17.08.2019)
  3. VKI, Konsument, 2020: Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse, In: https://www.konsument.at/pastikverpackungen-bei-obst-und-gemuese072019, (30.07.2019)
  4. GLOBAL 2000: Ausgepackt. Über den Zusammenhang von Plastikverpackungen und Lebensmittelabfällen, In: https://www.global2000.at/sites/global/files/Report-Plastikverpackungen-und-Lebensmittelabfaelle.pdf