Nachhaltiges Essen ist so naheliegend

Von daheim schmeckt’s am besten! Doch was wächst eigentlich alles auf Österreichs Feldern? Wann hat welches Obst und Gemüse Saison? Und was kocht man aus den regionalen Schmankerln am besten? Wir haben alle Infos für dich!

Freiland oder Glashaus?

Als saisonal gilt streng genommen nur, was zur jeweiligen Jahreszeit im Freien wächst. Stammt das Gemüse aus dem Glashaus oder ist durch einen Folientunnel geschützt, gilt es nur dann als saisonal, wenn der Anbau ohne zusätzliche Beheizung oder Beleuchtung erfolgt. Aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung weist Glashausgemüse aber höhere Nitratgehalte als Feldgemüse auf und verbraucht eine wesentliche Menge Energie, wenn es um Aufzucht und Beheizung geht. Nichtsdestotrotz ist Glashausgemüse immer noch gesünder, als gar kein Gemüse zu essen, im Sinne der Ressourcenschonung sollte jedoch auf Saisonalität geachtet werden.

Das österreichische Erntejahr

Jänner, Februar und März

Das Land liegt noch im Winterschlaf. Auf dem österreichischen Speiseplan stehen jetzt vor allem Obst- und Gemüsesorten, die sich gut einlagern lassen. Dazu zählen: Zwiebel, Karotten, Erdäpfel, Sellerie, Rote Rüben, Knoblauch, Äpfel, Birnen, Pastinaken und Kürbis. Auch Kohl, Chinakohl und Kraut gelten als klassisches Wintergemüse. 

Frisch und reif trotz Winterkälte werden jetzt Vogerlsalat, Porree und Kohlsprossen. Wer die kleinen grünen Röschen mag, kocht daraus eine wärmende Kohlsprossensuppe oder bestreicht sie mit Olivenöl, um sie im Rohr zu backen. Mit einer Lauch-Quiche wiederum holt man sich einen ersten Vorgeschmack des kommenden Frühlings auf den Teller.

April

Während sich die Vorratskammern langsam leeren, steht die frische Ernte schon in den Startlöchern. Allen voran werden jetzt Spinat, Radieschen und Spargel reif. Typisch österreichischen Genuss versprechen Tiroler Spinatknödel und Radieschensalat mit steirischem Kürbiskernöl. 

Mai

Im Wonnemonat wird hierzulande einiges reif, über das sich viele freuen werden. Mangold, Häuptelsalat, Lollo Rosso, Kohlrabi und Karfiol überzeugen mit knackiger Frische und liefern wertvolle Vitamine. Star des Monats sind aber die Erdbeeren, in Teilen Österreichs auch gern “Ananas” genannt. Flaumige Erdbeerknödel lassen die Herzen der heimischen Hobbyköche gleich noch höher schlagen. 

Juni

Bis Ende Juni werden die Tage immer länger, das bedeutet viel Sonne und viele reife Früchte! Schnell sein heißt es jetzt bei süßen, prallen Kirschen, denn die gibt es bei uns nur noch bis Juli. Feldgurken und Erbsen werden auch noch im August geerntet, Fisolen bis September. Für Paradeiser, Himbeeren, Paprika, Brokkoli, Fenchel, Zucchini und Stangensellerie dauert die jetzt beginnende Saison sogar bis Oktober. Und der jetzt reifende Kohl kann bis November geerntet und dann für den Winter eingelagert werden. Auch für Kraut und Porree beginnt übrigens im Juni die Erntesaison.

Ein Wiener Gurkensalat, erweitert um Erdbeeren und Kirschen, vereint gleich drei der fruchtigen Vertreter des Frühsommers. 

Juli

In den Sommermonaten Juli und August verwöhnen frische Marillen und Ribiseln die österreichischen Gaumen. Mais, Heidelbeeren und Pfirsiche aus heimischem Anbau trumpfen ebenfalls ab Juli auf und sind bis September frisch erhältlich. Von Juli bis Oktober haben außerdem Brombeeren und Melanzani Saison, auch die knackigen Sommeräpfel und -birnen sind in dieser Zeit bereit, gepflückt zu werden. Darüber hinaus wird ab jetzt bis in den November hinein zartwürziger Endiviensalat geerntet. 

Wie wär’s zur Abwechslung mit einem Obstsalat nur aus heimischen, erntefrischen Früchten? 

August

Spätsommer ist Zwetschkenzeit! Nur im August und September gibt’s das blaue Steinobst in Österreich ganz erntefrisch. Im Tiroler Oberland wird die Zwetschke übrigens seit Jahrhunderten in Höhenlagen angebaut und die Stanzer Zwetschke ist sogar das traditionelle Leitprodukt für die Region. Weiters werden auf den österreichischen Feldern von August bis Oktober Kürbis und Chinakohl geerntet. 

Inspiration der Saison: Zwetschkenfleck, Topfenschmarren mit Zwetschkenröster, Kürbisgemüse als abwechslungsreiche Beilage zum Schnitzel oder gleich knusprige Kürbisschnitzerl

September und Oktober

Diese Zeit mögen Österreichs Winzer am liebsten, denn im neunten und zehnten Monat des Jahres werden die Weintrauben reif! Wer Pastinaken lieber erntefrisch als eingelagert genießt, sollte ebenfalls im September und Oktober zugreifen. Nur in diesen beiden Herbstmonaten gibt es darüber hinaus frischen Radicchio. Unsere Nachbarn in Südtirol schwingen gleich die Kochlöffel und zaubern daraus ein cremiges Radicchio Risotto.

Nach seiner Sommerpause von Mai bis August feiert im September auch der Vogerlsalat sein Comeback. Und egal, ob Marmelade, Kompott, Gelee, Mus, Saft, Likör, Wein oder Schnaps – sobald sie im Oktober geerntet werden, sind Quitten vielseitig einsetzbar! Ihr Hauptanbaugebiet in Österreich ist übrigens die Steiermark. 

November

Wo wir gerade bei der Steiermark sind: Hier steht im Oktober und November die Ernte der eiweißreichen steirischen Käferbohnen an. Ansonsten neigt sich die Erntesaison jetzt dem Ende zu. Frisch gibt es aber immer noch Spinat, Mangold, Kohl und Kohlsprossen, Porree, Endivien- und Vogerlsalat. 

Ein Leckerbissen im November: mit Dinkel gefüllte Mangoldpäckchen

Dezember

Ähnlich wie zu Beginn des Jahres hält man sich auch im Dezember vorwiegend an Eingelagertes. Frisch geerntet gibt es nach wie vor Kohlsprossen, Vogerlsalat und Porree. Frisch aus der Vorratskammer versorgen Äpfel, Birnen, Chinakohl, Kürbis, Pastinaken, Endivien, Karotten, Rote Rüben, Erdäpfel, Sellerie, Kohl und Kraut sowie Knoblauch und Zwiebel mit wichtigen Nährstoffen. 

Wer gerne saisonal kocht, serviert jetzt traditionelle Krautrouladen, Erdäpfelgröstl, gebackenen Sellerie oder Apfelstrudel. 

Was gibt es das ganze Jahr über?

Zwar beginnt ihre Haupterntezeit im Sommer und Herbst, doch aufgrund der Vielfalt an Wild- und Speisepilzen sind sie ganzjährig erhältlich. 

Und hat man einmal mehr Gemüse als man essen kann, lassen sich viele Sorten einfach in Essig einlegen und so für mehrere Monate haltbar machen.

Abgesehen von Obst und Gemüse gibt es zahlreiche österreichische Schmankerl, die man sich das ganze Jahr über schmecken lassen kann zum Beispiel die vielen regionalen Käsespezialitäten.